(Foto: Alexander Rudolph)

Andrea Sparmann

CREDO-ROSTOCK.de trifft die Radiomoderatorin Andrea Sparmann ganz privat zu Hause. 

Das, was sich jeden Morgen punkt drei Uhr in der Wohnung von Radiofrau Andrea Sparmann abspielt, hat mit Entspannung nichts zu tun: aufstehen, die Zähne putzen, duschen, schminken, rein ins Auto - und das alles in nur 20 Minuten. Rudi, ihre große Liebe, bleibt derweil liegen und träumt von gemeinsamen Stunden am Nachmittag. Kurz vor fünf sagt die schönste Radiostimme Deutschlands: „Guten Morgen Mecklenburg Vorpommern.“ Da ist sie, diese angenehme, unverwechselbare, präsente Stimme - und ich frage mich: Wer ist sie wirklich? 


 

Sie ist 1,80 Meter groß, blond, charmant, witzig, schlagfertig. Privat ist sie eher ruhig, nachdenklich, sogar ernst, wenn es um Deutschland, die Familie, Freunde oder gar die eigene Liebe geht. 

Was macht glücklich, wie definiert man Zufriedenheit? Diese Frage beschäftigt sie schon lange, eigentlich immer. Der Job macht glücklich, ist aber nicht alles. Privat ist Andrea hier oft noch auf der Suche. Und weiß doch: „Zufriedenheit, Glück, das bedeutet, das meine Familie, meine Freunde und natürlich auch ich gesund sind und  bleiben, dass man eine Familie hat, die man liebt, und ehrliche Freunde, die an mir als Mensch interessiert sind.“ Andrea wirkt, als hätte sie ihren Weg gefunden, zumindest weiß sie, wohin er führen soll und wo sie suchen muss. Und dennoch – das macht sie noch sympathischer – hört sie nie auf, über die Zukunft, das Leben sowie ihre Sehnsüchte nachzudenken. 

Wir trinken stilles Wasser, mein Lieblingsgetränk. Irgendwie landen wir nach dem ersten ernsten Thema plötzlich bei Andrea Sparmanns Kochkünsten. Kann sie kochen? Sie schaut fragend, lächelt, sagt: „Ich lasse sogar Wasser anbrennen. Nicht, dass ich nicht kochen könnte, aber ich mache es einfach nicht, vielleicht auch, weil ich dazu ein bisschen zu bequem bin. Kochen, das machen andere, am liebsten meine Eltern für mich, wenn ich mich an den Wochenenden bei ihnen einlade. Für Muttis Hausmannskost lasse ich jedes  Sterne-Restaurant stehen.“ Sie liebt ihren großen Esstisch, der bedeutet nicht kochen, sondern Kommunikation mit Freunden, mit der Familie, mit denen, die ihr wichtig sind.  

Einen prall gefüllten Kühlschrank sucht man bei Andrea vergebens. „Ich kaufe für mich allein eigentlich fast nie ein.“ Statt den Kochlöffel zu schwingen, geht sie lieber mit Vierbeiner Rudi durch Rostocks City spazieren oder genießt, meist unter der Woche am Nachmittag, im „Alex“ einen Latte Machiato oder trifft sich mit Freunden im „Alten Fritz“ oder auch mal im „Blockhouse“.  

Überhaupt – Latte Macciato. Die Farbe der Kaffee-Spezialität findet sich in ihrer Wohnung an den Wänden. Ich werfe ein, dass mich ihr Einrichtungsstil beeindruckt. Klar, gutbürgerlich. Ich glaube, ich habe eher weiß lackierte Hochglanzmöbel und Moderne in allen Räumen erwartet. Aber: Andrea ist jemand, der genau weiß, was er will – auch in Sachen Wohnungseinrichtung. Deko, Möbel - auf Handwerker brauchte sie nicht zu warten. Ob einen Nagel in die Wand zu  bringen, ein Regal aufzubauen oder den Umzug eben mal allein zu organisieren - für Andrea sind das keine Abenteuer, sondern Dinge, die sie selbst erledigt.

Mitten im Wohnzimmer prangt Andreas Lieblingsstück: eine sehr große, schokobraune Couch. Das einzig wirklich teure Stück, dass sie sich gegönnt hat, weil sie es liebt, es sich darauf gemütlich zu machen. Andrea führt mich über eine Edelstahltreppe ins offene Obergeschoss ihrer Wohnung. Eigentlich wollte ich schauen, ob sie das typische Klischee bedient und mindestens 200 Paar Schuhe in ihrem Schrank hat. Es sind nur 15, so viel hat auch mancher Mann.  Andrea erzählt, dass sie am liebsten flache Schuhe trägt, früher Turnschuhe über alles liebte und gern und gut auch ein Paar Schuhe drei Jahre lang durchtragen könnte. Natürlich: Für große Auftritte hat sie auch die Hochhackigen im Schrank! In der oberen Etage befindet sich auch ihr absolutes Heiligtum, ihr Rückzugsort nach einem stressigen Tag – ihr Schlafzimmer. Ein Raum, den sie nicht zeigt, weil er ihr ganz allein gehört. 

Andrea mag es, blond zu sein, das wirkt freundlich. Dumme Klischees lässt sie abprallen. Ich will wissen, ob es Unterschiede macht, in Rostock oder in Hamburg blond zu sein. Bei dieser Frage müssen wir beide lachen. Aber: 1:0 für Rostock.

Andrea arbeitete zwei Jahre an der Elbe bei Radio Hamburg und hat so ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Reaktionen auf ihre Haarfarbe gemacht. 

Nur auf ihr Äußeres reduziert wurde sie in Rostock nie. Hier fragt man, will wissen und nimmt ernst. Das mag sie. Rostock ist Heimat. „Wo kann man schöner wohnen, als im schönsten Bundesland?“ 
Andrea liebt die Ostsee – auch wenn ihre bevorzugten Farben nicht immer dazu passen. Lila, Blau, auch die Nichtfarben Weiß und Schwarz und irgendwie alles, was sich gut kombinieren lässt. Zeitlose Mode ist ihr Favorit. „Ich mag es nicht, Trends hinterher zu hetzen, Mode muss zu mir passen.“ Viele sagen, sie hätte einen ausgefallenen Modestil. Fakt ist: Sie mag es individuell, locker und trotzdem schick. Von der letzten Urlaubsreise hat sie sich eine Aladin-Hose mitgebracht. Überhaupt, im Urlaub shoppt sie immer. „Weil es dann eben einfach eine Hose aus Italien oder so ist, das macht es besonders.“ Urlaub – der  letzte führte sie nach Italien, Frankreich, ins Mittelmeer. Andrea liebt AIDA-Kreuzfahrten. Dreimal war sie schon auf den Schiffen mit dem Kussmund unterwegs. Vom Urlaub zur Schule. Andrea bezeichnet sich  selbst als krasse Schülerin, damals, als sie als 18jährige ihr Abi mit zwei machte. „Entweder war ich in einem Fach total gut, oder schlecht.“ Mathe lag ihr nicht, Geschichte hervorragend. Sie spricht mit mir Russisch, hatte im Leistungskurs Englisch – „trotzdem, Fremdsprachen sind nicht so meins“.  

Liest sie gern? „Ja, aber nicht viel, weil ich meist nach der ersten Seite einschlafe.“ Dagegen kann sie einfach nichts machen. Die angesagten Twilight-Romane hat sie trotzdem verschlungen. Und auch Frauenzeitschriften sind bei ihr zu finden. „Darin zu schnökern, entspannt einfach.“ Tagezeitungen, Politikmagazine etc. stehen bei ihr täglich von Berufs wegen auf dem Leseprogramm. Auch in Sachen TV hat sie Vorlieben: Großen Kitsch schaut sie nicht, Serien wie  „Grey’s Anatomy“ oder auch „GZSZ“ schon. „Alles, was man irgendwie auch nebenbei gucken, wo man mal abschalten kann...“  

Die Leute aus den Fernseh-Serien sind Stars. Sieht sich Andrea auch als Promi? „Nein, ich weiß, dass ich einen gewissen Bekanntsheitsgrad habe, aber als einen Promi empfinde ich mich nicht.“ Über Feedback zu ihren Moderationen freut sie sich immer. Aber: „Es ist schwierig, im Studio bekommt man ja nicht direkt mit, wie einen die Hörer finden.“ Es sei etwas anderes, einen schlechten Gag über den Äther zu schicken, als auf der Bühne vor 10 000 Leuten zu stehen. „Da bekommt man die faulen Eier direkt ab“, lacht sie...
Themawechsel. Andrea beichtet: „Ich bin eigentlich auch nicht besonders sportlich, habe immer Angst, mich zu verletzten. Aber natürlich interessiere ich mich für Sport - nicht nur aus beruflichen Gründen.“ Sie ist großer FC Hansa Rostock-Fan, ist tief betroffen über die gegenwärtige  Situation. „Furchtbar.“ Aber kritisieren möchte Andrea nicht und verweist auf fehlende Fachkenntnisse in diesem Bereich. „Fußball ist ein Mannschafts- und Teamsport, also sind auch alle dafür verantwortlich. Ich wünsche mir, dass Hansa wieder die Kraft hat, schönen Fußball zu zeigen und bald wieder aufsteigt.“ 

Betroffen machen Andrea auch die täglichen negativen Meldungen, die sie selber übers Mikro in die Welt schicken muss. Tödliche Unfälle, Naturkatastrophen, schlimme Ereignisse in der Stadt. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko macht sie sprachlos - und die Erkenntnis, wie machtlos die Verursacher sind. „Es ist nicht zu verstehen, dass in der heutigen, technisch hoch gezüchteten Gesellschaft solche Unfälle diese Ausmaße annehmen und man zuschauen muss. Ja, ich habe auch Angst vor der Zukunft, zumindest denke ich oft darüber nach, wie schnell ein Leben vorbei sein kann…“
Die Zeit vergeht. Wir sitzen schon viele Stunden zusammen, geplant waren drei. Es hätten gut und gern noch mal so viele sein können, wir hätten ewig weiterplaudern können. Eine Frage liegt mir noch auf dem Herzen. Wie muss er sein, der Traummann dieser jungen Frau? Er muss sie mögen, als Person, nicht wegen ihres Jobs. Zuverlässigkeit, Treue, Geborgenheit sind ihr wichtig in einer Partnerschaft. Ihr Mann „muss einfach mein Gegenstück sein,  mein Ruhepol“. Er soll mit ihr und über sie, sie mit ihm und über ihn lachen können. Vielleicht kommt Ihr Schatz gerade deshalb aus Düsseldorf ...

Wir wollen Andrea weiter jeden Morgen von zehn vor fünf bis zehn im Radio hören. Einfach, weil sie eine wunderbare Gesprächspartnerin ist, angenehm zurückhaltend, liebenswert, eine aufmerksame Zuhörerin – und eine tolle Radiofrau. 

(Marko Berkholz)

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(Foto: Alexander Rudolph)
(Foto: Alexander Rudolph)
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Kommentare

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Am 04.08.2011 um 10:41 meint Patrick:
»Auch ich kann das alles nur bestätigen ! Andrea wurde hier genauso beschrieben wie Sie wirklich ist. Andrea ist einfach eine tolle POWERFRAU !


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