Pubertät ist, wenn die Eltern sich verändern ...


Eben noch das süße Kind, mit dem man abends auf dem Sofa kuscheln konnte und dem man Gutenachtgeschichten vorliest – auf einmal ein trotziges Wesen, das mit Türen schlägt und welches man manchmal kaum wieder erkennt. Auf einmal ist alles doof und nervt. Die Eltern, die Schule, das Leben. Wenn auch noch der erste Liebeskummer dazu kommt, ist das Gefühlschaos komplett. Die Pubertät. So nennt man die Zeit zwischen 11 und 17 Jahren, wenn die lieben Kleinen sich von Mama und Papa lösen und auf der Suche nach der eigenen Identität sind. 


 

Die Hormone
spielen verrückt

Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht erwachsen. In diesem Alter fangen die Kids an, mehr zu hinterfragen und Entscheidungen der Eltern in Frage zu stellen. Sie wollen selbständig sein. Eigene Entscheidungen treffen, sich ausprobieren und auch von den Eltern abgrenzen. Dann die Balance zu halten zwischen Halten und Loslassen, zwischen Grenzen setzen und Freiräume erlauben, ist eine anstrengende Aufgabe für die Eltern. Aber keine unlösbare. Auch wenn es nicht so aussieht: die Kinder brauchen Mutter und Vater in dieser Phase mehr denn je. Sie sind verunsichert, stellen sich selbst infrage und müssen die Veränderung ihres Körpers verarbeiten. Auch starke Gefühlsschwankungen gehören dazu. Pubertierende sind nicht vorsätzlich trotzig und begehren auf – dieser Zeitraum der Entwicklung ist quasi von der Natur vorgegeben. Es werden vermehrt Geschlechtshormone (bei den Jungs vor allem das  Testosteron, bei den Mädchen Östrogen) ausgeschüttet, der Körper entwickelt sich und es kommt zur vollständigen Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Soviel zur grauen Theorie. Doch was hilft, damit alle Beteiligten die Pubertät heil überstehen?

Vertrauen,
Liebe, Toleranz

Zuerst einmal helfen Geduld und eine große Portion Gelassenheit. Dem Kind das Gefühl geben, dass man ihm vertraut und es liebt wie immer. Auch wenn das sicherlich manchmal schwer fällt. Strengere Regeln und Verbote erzeugen hingegen oft nur noch mehr Trotz. Verhandeln ist jetzt besser als vorschreiben. Dennoch sollte man Grenzen aufzeigen und auch konsequent danach handeln. Denn Kinder brauchen Orientierung – in der Pubertät noch mehr als sonst. Außerdem wichtig: An Familienritualen wie gemeinsamen Mahlzeiten festhalten. Viel Zeit miteinander zu verbringen. Schöne Dinge zu unternehmen und die Kinder an den Planungen für den Urlaub oder kleine Ausflüge teilhaben lassen und ihre Meinung auch anzunehmen. Heranwachsende sind halbe Erwachsene – und so möchten sie behandelt werden.


Nie aufhören,
miteinander zu reden

Das A und O: Miteinander reden, damit man besser versteht, was Sohn oder Tochter bewegt. Wer die Erfahrung gemacht hat, dass das Kind mauert und nichts von sich preisgibt, sollte anfangen, von sich selbst zu erzählen. Wie der Tag war, was einen beschäftigt. Gibt es Streitfragen, kann auch dis-kutiert werden, aber dabei sollte man immer fair bleiben. Kinder in diesem Alter wollen ernst genommen und respektiert werden. Natürlich kann es auch vorkommen, dass die Eltern provoziert werden durch Trotzigkeit, Aufmüpfigkeit und auch Beleidigungen. Dann kann es schwer fallen, immer gelassen zu bleiben und die Angriffe nicht persönlich zu nehmen. Aber es ist der einzige Weg, damit Auseinandersetzungen nicht eskalieren. Lieber hinterfragen und sich so verhalten, wie man es sich vom Heranwachsenden wünschen würde. Und zu guter Letzt hilft: sich freuen. Denn irgendwann geht jede Pubertät vorbei.

Annette Postel

 

Über interessante Geschichten, wie Sie die Pubertät Ihrer Kinder erlebt haben, würden wir uns sehr freuen. Nutzen Sie dafür die folgende Kommentarfunktion.


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