Die einen tun es täglich, die anderen fünfmal im Jahr. Doch niemand sollte sich von Statistiken oder dem, was andere sagen, unter Druck setzen lassen. Denn die körperliche Anziehungskraft sagt nichts über die Intensität der Liebe aus. Qualität statt Quantität heißt die Devise!
Wer gerade frisch verliebt ist, braucht hier gar nicht weiterzulesen. Denn der hat momentan definitiv genug Sex. Wenn die Schmetterlinge im Bauch tanzen, kommt man aus dem Bett oft gar nicht mehr raus. Man ist geradezu süchtig nach dem Körper des Anderen, erforscht jeden Quadratzentimeter und will einfach nur beieinander sein. Einfache Erklärung: wer verliebt ist, ist krank, liebeskrank. Schuld daran sind die Überdosen Dopamin und Noradrenalin, die unsere Sinne vernebeln und dafür sorgen, dass wir nicht genug von dem Anderen bekommen können. Doch auch die größte Verknalltheit hält nicht ewig an. Irgendwann wird aus dreimal täglich dreimal die Woche. Und ehe man sich versieht, schläft man immer öfter miteinander ein – anstatt miteinander zu schlafen.
Pro Woche tun es die Deutschen durchschnittlich 2,7 Mal. Das sind 140 Liebesakte im Jahr. Das zumindest hat eine Sex-Studie der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung und der City University London herausgefunden. Doch was ist schon Durchschnitt? Durch Zahlen und Statistiken sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen. Auch wenn einem vorgegaukelt wird, dass man ständig wollen muss und die Anderen ja auch andauernd Sex haben. Das Leben ist kein „Wer macht es am häufigsten?“-Wettbewerb. Und wer ständig über Sex redet, hat meistens sowieso keinen mehr.
Problematisch könnte es nur werden, wenn der eine mehr will als der andere. Jeder zweite Mann gibt Langeweile im Schlafzimmer als Grund für einen Seitensprung an. Und jeder zweite Mann ist deshalb in seinem Leben schon fremd gegangen. Ganze 56 % der Deutschen würden sich sogar trennen, wenn der Sex schlecht ist und der Partner nichts daran ändert. Hier hilft: sich selbst hinterfragen, warum man keine Lust mehr hat. Stress im Alltag, Müdigkeit, kleine Streitereien – und die Lust bleibt schnell auf der Strecke. Einfach immer mal wieder an die Zeiten der Verliebtheit denken und wie scharf man damals aufeinander war. Eine lustlose Phase muss nicht ewig dauern – wenn man bereit ist, etwas zu tun. Denn Sex ist gesund, schweißt zusammen und ist das Intimste, was zwei liebende Menschen miteinander teilen können.
Manchmal ist es aber auch der Partner, der gar keine Lust mehr hat. Wenn er dann immer öfter „Kopfschmerzen“ hat oder auf Zärtlichkeiten nicht mehr reagiert, nagt das natürlich am Selbstwertgefühl. Und das Gefühl abgelehnt zu werden, kann ganz schön frustrieren. Es gibt eben immer noch die Annahme, dass Männer allzeit bereit sind und immer können. Überall (im Job, beim Sport, zu Hause) müssen sie Höchstleistungen vollbringen und das kann dann zu Versagensängsten und Lustlosigkeit führen.
Plan B: Ihn mal ein wenig in Ruhe lassen. Zärtlich sein, ohne mehr zu erwarten. Und abwarten, bis von ihm mal wieder etwas kommt. Druck ausüben hilft hier nicht weiter.
Übrigens: Männer, die zweimal in der Woche einen Orgasmus haben, erleiden halb so oft einen Herzinfarkt wie Sexmuffel!
Öfter etwas Neues ausprobieren, nicht in Trott verfallen und aufgeschlossen bleiben, sind die Geheimwaffen für guten Sex. Und wie immer im Leben geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität. Es geht nicht um „wie oft“, sondern um „wie gut“. Wichtig ist nur, dass beide damit glücklich und zufrieden sind. Ob 2,7 mal die Woche oder einmal im Monat...
